Die Universität Bristol veranstaltet am 15. und 16. September einen internationalen Workshop zur mathematischen Modellierung von Epidemien, in dem Experten aus aller Welt mit mathematischen Methoden die Dynamik von Infektionskrankheiten modellieren.

In den letzten Jahren sind auf der Welt mehrere schwere Infektionskrankheiten wie SARS, Vogelgrippe und in jüngerer Zeit die Schweinegrippe aufgetreten. Um diese Ausbrüche besser vorzubereiten und zu bekämpfen, ist es notwendig, die Dynamik solcher Krankheiten und die Mechanismen zu verstehen, durch die sie sich ausbreiten.

Um dies zu erreichen, ist es wichtig, nicht nur die Biologie von Infektionserregern zu berücksichtigen, sondern auch viele andere Aspekte der Krankheitsübertragung, wie Netzwerke menschlicher sozialer Kontakte und globaler Reisen sowie die Anpassung von Bakterien und Viren an die Behandlung.

In jüngster Zeit haben mathematische Modelle von Epidemien dazu beigetragen, die Inzidenz zu verringern und mehrere schwerwiegende Krankheiten auszurotten. Im Jahr 2007 führte beispielsweise eine umfassende mathematische Modellierung, die von der britischen Health Protection Agency durchgeführt wurde, zur Einführung eines präventiven HPV-Impfstoffs (Human Papilloma Virus) gegen Gebärmutterhalskrebs für 12-jährige Mädchen. Eine Vielzahl mathematischer Simulationen hatte gezeigt, dass dies der effektivste Weg ist, um die Übertragung von HPV und das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs zu minimieren.

Die Universität Bristol veranstaltet am 15. und 16. September einen internationalen Workshop zur mathematischen Modellierung von Epidemien, in dem Experten aus aller Welt mit mathematischen Methoden die Dynamik von Infektionskrankheiten modellieren.

Sie werden aktuelle Techniken diskutieren, die derzeit entwickelt und verwendet werden, um die Dynamik verschiedener aufkommender Infektionen zu analysieren und geeignete Maßnahmen zur Behandlung und Eindämmung solcher Krankheiten zu entwickeln.

Der Organisator, Dr. Konstantin Blyuss von der Universität Bristol, sagte: "Um Infektionen im 21. Jahrhundert zu bekämpfen, müssen wir alle verfügbaren Ressourcen nutzen. Mathematische Modelle von Epidemien bieten diese zusätzliche Kraft, um in diesem Kampf zu helfen. Ich freue mich sehr in der Lage, ein Treffen zu einem so wichtigen und aktuellen Thema auszurichten. "

Die Themen des Workshops umfassen:

• Neue Infektionen: Dinge, die wir wissen und Dinge, die wir nicht wissen, über die Dynamik von HIV und Influenza, vorgestellt von Professor Angela McLean, FRS, Direktorin des Instituts für Neuinfektionen des Menschen, Universität Oxford

• Die H1N1-Pandemie (Schweinegrippe) in Großbritannien, vorgestellt von Dr. Marc Baguelin, Health Protection Agency

• Eine Reihe von Vorträgen zur mathematischen Modellierung der Ausbreitung von Infektionskrankheiten in sozialen Netzwerken

Weitere Informationen: http://www.enm.bris.ac.uk/anm/mmoe/

Quelle: Universität Bristol