Immersive Media Dodeca 2360 Kamera.

Haben Sie sich beim Anschauen eines Videos jemals gefragt, was außerhalb des Kamerarahmens passiert? Wenn Sie in das Video springen und sich umsehen könnten, hätten Sie eine 360-Grad-Ansicht der Welt auf Ihrem Fernsehbildschirm oder Computermonitor.

Das in Calgary, Alberta, ansässige Unternehmen Immersive Media Corp. versucht, mit einer neuen Kamera- und Softwaretechnologie genau diese Art von immersivem Erlebnis zu erzielen. Wenn Sie ein mit dem IMViewer-System (Immersive Viewer) aufgenommenes Video ansehen, können Sie die Szene steuern, indem Sie die Perspektive nahtlos nach oben, unten, zur Seite oder sogar hinter dem ursprünglichen Bild verschieben.

Die Technologie basiert auf einer Dodeca 2360-Kamera, die elf Bildströme aufnehmen kann, die in einer geodätischen Geometrie angeordnet sind. Die Kamera nimmt Bilder mit einer Auflösung von mehr als 100 Millionen Pixel pro Sekunde auf - deutlich mehr als HDTV. Die 20-Pfund-Kamera verfügt außerdem über vier eingebaute Mikrofone für die gleichzeitige omnidirektionale Audioaufnahme. Während der Aufnahme kann der Kameramann jedes einzelne Objektiv überprüfen, um zu sehen, was in jedem Winkel aufgenommen wird.

Die Software von Immersive Media wandelt die Videodateien dann in "Telemersions" -Dateien um. Ein Prozessor komprimiert, zeichnet auf und synchronisiert bis zu 12 Kanäle gleichzeitig.

Die Videos können dann auf Computermonitoren, Videobildschirmen, am Kopf montierten Displays oder auf einen Dome-Bildschirm projiziert werden. Beim Betrachten von Videos auf einem Computermonitor können die Zuschauer die Anzeige mit der Maus in eine beliebige 360-Grad-Richtung drehen (Demos auf der Immersive Media-Website verfügbar). Die Betrachtungsmaschine mischt im Wesentlichen Kamerabildströme in Echtzeit zusammen, um ein bewegliches Fenster zu bilden. Mit einem am Kopf montierten Display kann ein Betrachter verschiedene Blickwinkel sehen, indem er einfach den Kopf dreht.

Um das Immersionserlebnis zu verbessern, können Zuschauer das Video auch durch Zurückspulen, Anhalten, Beschleunigen, Verlangsamen oder Vergrößern bestimmter Bereiche "lenken". Die Technologie ist auch mit GPS oder anderen Metadaten kompatibel und ermöglicht es den Zuschauern, den Standort zu bestimmen, den sie anzeigen.

Die Software kann auch die gesamte 360-Grad-Szene auf einen einzigen 2D-Bildschirm mischen, der als "Sphärenfilm" bezeichnet wird. Diese Sphärenfilme zeigen die gesamte Umgebung auf einmal in Bewegung, ohne das Sichtfeld lenken zu müssen. Sphere-Filme können mit Standardsoftware wie Quicktime oder Windows Media Player angesehen oder auf DVDs aufgezeichnet werden. Sie sind auch mit MPEG-2 und MPEG-4 kompatibel und können über Kanäle mit HDTV-Auflösung übertragen werden.

Mit einer weiteren Funktion können die Zuschauer drei Frames auf einem einzigen Bildschirm anzeigen: das steuerbare Video, den Vollkugelfilm (mit einem Fadenkreuz, das Ihrem Blickwinkel auf das steuerbare Frame entspricht) und einen GPS-Frame, der Ihnen Ihren Standort während Ihrer Bewegung anzeigt.

Während die Kameratechnologie von Immersive vor drei Jahren entwickelt wurde, wurde sie ursprünglich vom FBI verwendet, um Straßenrouten von Würdenträgern zu Sicherheitszwecken zu untersuchen. In jüngerer Zeit hat Google Earth die Technologie zum Erstellen seiner StreetView-Videos verwendet. Immersive hofft, die Technologie auch für Anwendungen wie Stadtplanung, Öl- und Gasressourcenmanagement, Notfall- und Ersthelfereinsätze sowie kommerzielle Medien einsetzen zu können.

Ein bemerkenswertes Unternehmen, das von dieser Technologie profitiert, ist Adidas, das auf seiner Website Videos mit der Möglichkeit zum Eintauchen veröffentlicht hat. Die Zuschauer können ihre Lieblingsbasketballspieler vergrößern und Szenen wiederholen, um Reaktionsaufnahmen zu sehen - kurz, um das Ereignis aus einer persönlichen Perspektive zu erleben.

Weitere Informationen: Immersive Media Demos