Japans nationale öffentlich-rechtliche Rundfunkbehörde, Nippon Hoso Kyokai (NHK), verfolgt einen Super-Hi-Vision-3D-Fernseher. Die Forschung von NHK konzentrierte sich auf die integrale Bildgebung (II) zur Erzeugung von 3D-Fernsehen. Diese Forschungsrichtung wurde gewählt, weil das 3D-Bild ohne die Verwendung einer speziellen Brille betrachtet werden kann. Da ein tatsächliches dreidimensionales Bild repliziert wird, wird außerdem eine durch das Betrachten von "Geisterbildern" verursachte Überanstrengung der Augen vermieden.

NHK-Forscher haben ihr Modell in den letzten 15 Jahren stark verfeinert. Derzeit ist die Schlüsselkomponente ein Linsenarray, das aus Zehntausenden winziger Linsen oder „Lenslets“ besteht, die in einem regelmäßigen Muster angeordnet sind. Der Winkel jedes Lenslets zeigt eine etwas andere Perspektive auf die aufzunehmende Szene. Ein unglaublich empfindlicher CMOS-Bildsensor, der die 16-fache Empfindlichkeit für HDTV-Aufnahmen aufweist, zeichnet die reflektierten Lichtstrahlen auf. Anschließend werden die aufgenommenen Bilder analysiert, um das ursprüngliche 3D-Bild zu erstellen. Um Live-3D-HDTV-Feeds zu erstellen, zeichnet die HDTV-Version einer 3D-Kamera von NHK Daten mit über 410.000 Pixeln und einer Bildrate von 59, 94 Hz auf und analysiert sie.

Um das Bild anzuzeigen, wird der Aufnahmevorgang umgekehrt. Ein unglaublich scharfer LCD-Bildschirm projiziert durch ein Lenslet-Array, um ein holographisches Bild zu erstellen. Bei Verwendung eines Objektivs wird das Bild natürlich umgekehrt (ähnlich wie beim Blick durch den Glasboden), sodass während des Anzeigeprozesses ein Konkav-Konvex-Konverter verwendet wird. Um die Tiefe der Szenerie darzustellen, entwickelten die NHK-Forscher einen Algorithmus, der die Parallaxe des reflektierten Lichts jedes Lenslets berechnet und ein Hologramm erzeugt, das sich in Größe und Position vom Originalobjekt unterscheidet.

Da die derzeitige Technologie nicht in der Lage ist, ausreichend kleine Pixel zu erzeugen, wie dies bei älteren Fernsehgeräten der Fall ist, können als Anzeige entweder große, unscharfe Hologramme oder kleine, scharfe Hologramme ausgewählt werden. Da die Größe und der Pixelabstand des HD-LCD die Betrachtungszone einschränken, wird die Größe der Betrachtungszone nach dem aktuellen Stand der Technik auf etwa 2, 5 Zoll bei einem Abstand von 35 Zoll begrenzt. Darüber hinaus erzeugt die Grobheit aktueller LCD-Bildschirme ein „Geisterbild“, das NHK durch die Computerverarbeitung der aufgezeichneten Daten beseitigt. Um die Größe des Hologramms zu erhöhen, arbeitet NHK mit „zusätzlichem“ LCD-Licht, das um die Lenslets gebogen wird, um die zwischen den Pixeln verbleibenden „Lücken“ zu füllen.

von Courtney Ostaff und Jason D'Aprile, Copyright 2005 PhysOrg.com