Am Mittwoch, dem 6. Juni 2012, diskutieren der Kavli-Preisträger Winfried Denk und der langjährige Mitarbeiter Sebastian Seung über ihre bahnbrechenden, internet- und spielbasierten deutsch-amerikanischen Bemühungen, das Connectome abzubilden. Die Podiumsdiskussion findet im Deutschen Forschungs- und Innovationszentrum New York statt.

Nach einer Lehre, die als Konnektionismus bekannt ist, sind die Eigenschaften des menschlichen Geistes, von Erinnerungen bis zu psychischen Störungen, in einem charakteristischen Muster neuronaler Verbindungen kodiert, die zur Einzigartigkeit einer Person beitragen. Der Konnektionismus hat seit Jahren eine neue Generation von Wissenschaftlern dazu inspiriert, nach dem Konnektom zu suchen, einer Karte der Verbindungen zwischen den Neuronen des Gehirns. Als ausgebildeter Physiker, der zum Neurowissenschaftler wurde, behauptet Prof. Seung nun, dass jeder Einzelne sein Konnektor ist. Er hat Wired Differently gegründet, eine Online-Community für Bürgerwissenschaftler, die Freiwillige aus der Öffentlichkeit dazu auffordert, Konnektoren durch Analyse neuronaler Bilder über ein Online-Spielerlebnis abzubilden. Die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit Eyewire, die sich auf Datensätze stützt, die aus der von Prof. Denk miterfindeten Zwei-Photonen- und Rasterelektronenmikroskopie stammen, ist das erste Projekt von WiredDifferently. Mit dem Ziel, die neuronalen Verbindungen der Netzhaut abzubilden, zeichnen Eyewire-Freiwillige in einem einfachen Online-Spiel Neuronenzweige durch Bilder von Gehirnscans nach und helfen dem Computer dabei, ein Neuron so einzufärben, als wären die Bilder Teil eines dreidimensionalen Malbuchs.

Der deutsche Physiker und Neurowissenschaftler Winfried Denk revolutionierte die hochauflösende Bildgebung von Zellen im Gewebe. Um neuronalen Zusammenhängen besser folgen zu können, hat er die Zwei-Photonen-Mikroskopie mitentwickelt und zur Erfindung der seriellen Rasterelektronenmikroskopie beigetragen, mit der neuronale Prozesse über große Entfernungen verfolgt werden können. Gestern wurde er zum Kavli-Preisträger für Neurowissenschaften 2012 ernannt. Er teilt den Preis mit Cornelia Bargman (Rockefeller University) und Ann Graybiel (Massachusetts Institute of Technology). Prof. Denk ist seit 2000 Direktor der Abteilung für biomedizinische Bildgebung am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg. Seine Zusammenarbeit mit Prof. Seung besteht seit 2006.

Sebastian Seung ist der Autor des kürzlich veröffentlichten Buches Connectome: Wie die Verdrahtung des Gehirns uns zu dem macht, was wir sind. Laut Wall Street Journal ist es "das beste Buch zur Hirnforschung". Er ist Professor für Computational Neuroscience am Massachusetts Institute of Technology.

Jim Sharp, Präsident von Carl Zeiss Microscopy, LLC und CEO von Carl Zeiss, Inc., wird die Veranstaltung moderieren. Carl Zeiss bietet Wissenschaftlern und Forschern seit über 160 Jahren Mikroskopielösungen an.

Die Diskussion findet am Mittwoch, dem 6. Juni, von 18.30 bis 20.30 Uhr im German House New York (871 United Nations Plaza, First Avenue, zwischen 48. und 49. Straße) statt. Um bis zum 4. Juni zu antworten, klicken Sie hier: https://secure.jotformpro.com/form/21375383494965

Verfolgen Sie die Diskussion live auf Twitter @gcri_ny (Hashtag #connectome).

Teilnahme nicht möglich? Eine Videoaufnahme wird kurz nach der Veranstaltung auf www.germaninnovation.org verfügbar sein.

Zur Verfügung gestellt vom Deutschen Forschungs- und Innovationszentrum